2019

„Pflege auf Distanz“ bleibt Grauzone

Zukünftig werden auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Pflegeaufgaben sowie deren Arbeitgeber von den Leistungen des Verbundes familienfreundlicher Unternehmen Oldenburger Münsterland profitieren. Das beschloss die Mitgliederversammlung des Verbundes während einer Sitzung in den Räumen des Mitgliedsunternehmens Perso Plankontor in Lastrup einstimmig. Bisher lag der Schwerpunkt der Arbeit auf der Förderung vonFrauen in Elternzeitunddie Wiedereingliederung nach der Familienphase. „Aufgrund der demografischen Veränderungen müssen immer mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch Pflegeaufgaben übernehmen“, erklärt Renate Hitz, Geschäftsstellenleiterin desVerbundes. Eine Grauzone sei dabei die „Pflege auf Distanz“, bei der die eigentliche Pflege zwar von professionellen Einrichtungen übernommen würde, die Angehörigen aber durch Organisation, Arztbesuche und sonstigen Betreuungsaufgaben unter großen zeitlichen und psychischen Belastungen stünden. Den anwesenden Mitgliedern stellte Renate Hitz ihre ersten Planungen zum Thema „Pflege“ vor. Dazu gehören Informationsveranstaltungen für Beschäftigte mit Pflegelotsen, Ausbildung betrieblicher Ansprechpartner oder die Entwicklung eines Leitfadens für pflegende Angehörige. Zum Ende des Jahres 2018 gehörten dem Verbund insgesamt 150 Unternehmen, Organisationen und Kommunen an. Damit ist er der mitgliederstärkste überbetriebliche Verbund in Niedersachsen. 115 Frauen seien beraten worden, 14 Frauen sind aktiv in einen neuen Job vermittelt worden. „Auch Frauen mit Migrationshintergrund nehmen das Beratungsangebot verstärkt an“,so Renate Hitz. Mit Blick auf die Sommerferien wies sie darauf hin, dass Mitarbeiter aus Mitgliedsunternehmen einen finanziellen Zuschuss zur Ferienbetreuung der Kinder erhalten können. Anmeldungen sind über Nadine Bornemann (bornemann@koordinierungsstelleom. de) noch möglich. Ein Höhepunkt der Veranstaltung war der Vortrag„ Fachkräfte finden und binden in Zeiten der Generation Y und Z“ von Tobias Schmidt von der Firma Exper-Consult. Er erläuterte, wie sich die Einstellung zum Arbeitsleben in den vergangenen Generationen verändert hat. „Während bei den sogenannten ,Baby-Boomern‘ noch galt ,Leben, um zu arbeiten‘, sieht die Generation Z, also die ab 1995 Geborenen, Leben und Arbeiten als fließenden Prozess“, erläuterte Schmidt. Auch die Kommunikation und Mediennutzung habe sich gravierend geändert. In dem heute herrschenden Arbeitnehmermarkt müssten sich die Unternehmen auf diesen Wandel einstellen, um Mitarbeiter zu finden und an ihr Unternehmen binden. Carsten Groneik, Geschäftsstellenleiter bei Perso Plankontor und gleichzeitig zweiter Vorsitzender des Verbundes familienfreundlicher Unternehmen, stellte das gastgebende Unternehmen PersoPlankontor vor. An den Standorten Lastrup, Oldenburg, Hannover, Berlin, Düsseldorf und Leipzig beschäftigt der Personaldienstleister rund 1250 Mitarbeiter. Für seine familienfreundliche Personalpolitik wurde das Unternehmen mehrfach ausgezeichnet, unter anderem durch das „audit beruf und familie“. „Damit gilt es als Vorreiter in der Branche der Personaldienstleister“, so Groneik.

 

Auf dem Bild oben zu sehen: Günter Jans und Marlies Thoben-Jans (geschäftsführende Inhaber von Perso Plankontor), Renate Hitz (Geschäftsführerin Verbund), Tobias Schmidt (ExperConsult), 1. Vorsitzende Katja Meyer-Sieveke (Freese & Feldhaus), 2. Vorsitzender Carsten Groneick (Perso Plankontor). Foto: Verbund familienfreundlicher Unternehmen e. V./M. Böckermann


Artikel aus der Münsterländischen Tageszeitung, Cloppenburg
Info: www.koordinierungsstelleom.de

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